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Unser Unwort des Jahres: Hatespeech

Bild: Flickr/Foto: K-Screen Shots/Creative Commons/Lizenz: CC BY 2.0/via

Am 10. Januar 2017 wurde das Unwort des Jahres bekannt gegeben. Es lautet: Volksverräter. Gähnt ihr schon? Ja, wir auch! Warum nicht mal ein wirkliches Unwort wählen, also eines das so richtig Scheiße ist, aber in gefühlt keiner Debatte im letzten Jahr fehlen durfte? Das wäre doch mal was gewesen! Wir haben deswegen einen Vorschlag für Dich, liebe Jury, warum nicht Hatespeech* wählen? Ein beschisseneres Wort hat es im letzten Jahr, mit Verlaub, nicht gegeben.

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Von der Utopie zur Bausünde: Filmvorführung „Palast“ & Diskussion über den sozialen Wohnungsbau in Berlin

Vorführung des Dokumentarfilms Palast über den Sozialpalast in der Pallasstraße und Gespräch mit dem Regisseur Julian Vogel

Ein alter Mann will die Frau erobern, die seine Wohnung reinigt.
Ein Architekt wollte an das Gute im Menschen glauben.
Eine Mutter liebt ihren Sohn, auch wenn er ins Gefängnis muss.
Ein Junge teilt ein Zimmer mit seinen Eltern.
Ein Bauherr wollte leicht und schnell finanzieren.
Wo einst im Sportpalast ein Max Schmeling kämpfte und ein Goebbels den totalen Krieg forderte, steht heute eine der größten Wohnanlagen Deutschlands. Fünfhundertvierzehn Wohnungen, über zweitausend Bewohner. Modernes Wohnen. Lange als “Sozialpalast” bekannt, begleiteten Kriminalität, Vandalismus und Drogen seinen Ruf.

Viele Blicke auf einen Ort. Damals und heute, Planer und Bewohner, eine gescheiterte Utopie, eine Maschine zum Wohnen. Ein Film über Zeit und Zufall.

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Imagekampagne für eine Bananenrepublik – Säxit only!

Sachsen hat ein Image-Problem. Gebeutelt von PEGIDA, gestraft mit einer Polizei, die sich seit Jahren durch kaum verhohlene Nähe zu Rechtsextremen hervortut und dem rechten Mob am Tag der Deutschen Einheit öffentlich “Viel Erfolg“ wünscht, mit einem Innenminister in der Regierung, der mehr Skandale überstanden hat als George Michael und einem Verfassungsschutz, der jüngst einen Brandbrief an sämtliche Schulen schickte, in dem eindringlich davor gewarnt wurde, an einer antirassistischen Schülerdemonstration teilzunehmen. Und das ist nur ein kleiner Auszug der jüngsten Ereignisse.

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Warum das linke Abarbeiten am Partypatriotismus Blödsinn ist

Bild: Times/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Europameisterschaft hat begonnen und Teile der deutsche Linken befinden sich im moralischen Vollrausch. Endlich gibt es wieder tägliche Skandale und Schnappatmungsnotwendigkeiten. Nachdem Briten, Russen, OM-Anhänger und Polizei ein Wochenende in Marseille durchrandaliert haben, fand gestern das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Lille statt. Und wenn 20.000 Fans einer Mannschaft zusammenkommen, sind natürlich einige extragruselige Exemplare dabei. Für den aufrechten Teutonenantifa ist aber bereits das bloße Event Europameisterschaft eine schlimme Sache. Patriotismus, das lernt man bereits im ersten Semester, wenn es um die kollektive Identität geht, ist nämlich Protonationalismus und Nationalismus mündet (gerade in Deutschland) in industrieller Menschenvernichtung. Logische Forderung: „Nat-jo-na-lismus raus aus den Köpfen KLATSCH KLATSCH KLATSCH KLATSCH KLATSCHKLATSCHKLASCH!“. Die aufrechte Almanlinke, der es niemals differenziert genug zugehen kann, hat für Fußballgroßereignisse daher ein simples Zweiphasenverfahren entwickelt:

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„Und deswegen haben wir gesagt: Das wollen wir nicht.“

Bild: Screenshot via Youtube

Karl-Heinz Dellwo nahm an den Hausbesetzungen Anfang der 70er in der Hamburger Ekhofstraße teil, schloss sich Anfang der 70er dem bewaffneten Kampf der RAF an, musste als Folge Ende der 70er eine lange Haftstrafe antreten und gründete nach seiner Entlassung unter anderem den Laika Verlag. Man kann Dellwo getrost als den klarsten und brillantesten Denker der Gruppe bezeichnen, der sich von der gewalttätigen Vergangenheit, im Kontext des Scheiterns der RAF, ausdrücklich distanziert hat, dabei jedoch nie die notwendige Überwindung der Verhältnisse in Frage stellte und stellt, wie das sehenswerte Interview von Michael Krons beweist:

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Warum Eure Reisen und Instagrambilder die Pest des 21. Jahrhunderts sind

Bild: Christian Haugen, via Flickr (CC BY 2.0)

Ein Blick auf Facebook oder Instagram beweist: Thailand oder neuerdings Sri Lanka sind längst das neue Malle. Antiseptisch gefilterte Bilder vom weißen Traumstrand stehen sinnbildlich für die totale Gleichförmigkeit des vermeintlich individuellen Urlaubs. Robert Stark wird stinksauer, wenn er genauer über dieses Reiseverhalte nachdenkt:

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