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„Es war dieses Kommunen-Gefühl, das wir damals hatten.“

Der Künstler Philipp Gufler wohnt zur Zeit in Amsterdam, einem wichtigen Ort der Performanceszene. Hier macht er sich auf, die Anfänge dieser Kunstrichtung in den 1970er Jahren zu erkunden. So traf er Anfang des Jahres das erste Mal die Künstlerin Louwrien Wijers (*1941) um mit ihr über diese Zeit und den heute oft vergessenen Performancekünstlers Ben d’Armagnac (1940-1978) zu sprechen. Louwrien war eine enge Freundin und Partnerin von Ben. „Kunst ist gleich Leben“ war ihr gemeinsames Motto. Also verließen sie das Atelier und traten lieber in direkteren Kontakt mit dem Publikum.

Nachdem sie 47 Jahre in Amsterdam gelebt hatte, zog Louwrien vor vier Jahren nach in den friesischen Ort Fertwert und dort in ein altes Bauernhaus ohne fließendes Wasser und Elektrizität, das Ben d’Armagnac 1972 gekauft hatte und lud Philipp dorthin ein. Philipp interessierte vor allem wie Bens und Louwriens Leben in kommunalen Strukturen ihre künstlerische Arbeit beeinflusste und versuchte sich Ben nicht nur durch kunsthistorische Texte zu nähern. So besuchte er die Kommune des niederländischen Malers Anton Heyboer in den Ilp, Landsmeer, in der Ben 1965 kurz lebte.

In seiner aktuellen Ausstellung „Setz dein Ich in Anführungsstriche“ im Kunstverein Göttingen zeigt Philipp Gufler aktuell eigene Arbeiten, eine Videoperformance von Ben d’Armagnac und eigene Fortschreibungen davon: So erweiterte er eine Performance von 1975 mit 2000 Fliegen in einem Glaskasten, indem er die Perspektive des Performers einnahm und sie von Innen mit einer Actionkamera filmte.

Für HATE hat sich Philipp Gufler mit Louwrien Wijers unterhalten. Continue Reading →

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Was die Räumung in der Rigaer Straße 94 mit dem aktuellen politischen Klima zu tun hat

Bild: Flickr/Creative Commons/m.a.r.c./via

„Die Ermittler hoffen dabei auch auf die Verdrängung der Autonomen aus den Kiezen durch steigende Mieten. Und so in Verbindung mit Druck „ein Klima zu schaffen, in dem die Linken von alleine gehen“, heißt es aus Polizeikreisen.“

BZ vom 16.01.2016

Dass jeder Staat notwendigerweise ein paar Schläger braucht, um seinen Insassen zur Not mit dem Knüppel Gesetze schmackhaft zu machen, ist eigentlich keine neue Erkenntnis und regt die meisten Deutschen normalerweise nur dann auf, wenn wahlweise nicht hart genug oder zu hart zugeschlagen wird. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Schaffung eines Gefahrengebiets im Friedrichshainer Nordkiez mit dem vorläufigen Höhepunkt des Großeinsatzes der Polizei im Januar 2016 in der Rigaer Straße, den zahllosen Hausdurchsuchungen in der Folgezeit und den anhaltenden Demütigungen und Einschüchterungsversuchen im Stadtteil.

Eine weitere Eskalationsstufe stellt nun die Teilräumung der Rigaer Straße 94 dar. Continue Reading →

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Warum das linke Abarbeiten am Partypatriotismus Blödsinn ist

Bild: Times/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Europameisterschaft hat begonnen und Teile der deutsche Linken befinden sich im moralischen Vollrausch. Endlich gibt es wieder tägliche Skandale und Schnappatmungsnotwendigkeiten. Nachdem Briten, Russen, OM-Anhänger und Polizei ein Wochenende in Marseille durchrandaliert haben, fand gestern das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Lille statt. Und wenn 20.000 Fans einer Mannschaft zusammenkommen, sind natürlich einige extragruselige Exemplare dabei. Für den aufrechten Teutonenantifa ist aber bereits das bloße Event Europameisterschaft eine schlimme Sache. Patriotismus, das lernt man bereits im ersten Semester, wenn es um die kollektive Identität geht, ist nämlich Protonationalismus und Nationalismus mündet (gerade in Deutschland) in industrieller Menschenvernichtung. Logische Forderung: „Nat-jo-na-lismus raus aus den Köpfen KLATSCH KLATSCH KLATSCH KLATSCH KLATSCHKLATSCHKLASCH!“. Die aufrechte Almanlinke, der es niemals differenziert genug zugehen kann, hat für Fußballgroßereignisse daher ein simples Zweiphasenverfahren entwickelt: Continue Reading →

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„Und deswegen haben wir gesagt: Das wollen wir nicht.“

Bild: Screenshot via Youtube

Karl-Heinz Dellwo nahm an den Hausbesetzungen Anfang der 70er in der Hamburger Ekhofstraße teil, schloss sich Anfang der 70er dem bewaffneten Kampf der RAF an, musste als Folge Ende der 70er eine lange Haftstrafe antreten und gründete nach seiner Entlassung unter anderem den Laika Verlag. Man kann Dellwo getrost als den klarsten und brillantesten Denker der Gruppe bezeichnen, der sich von der gewalttätigen Vergangenheit, im Kontext des Scheiterns der RAF, ausdrücklich distanziert hat, dabei jedoch nie die notwendige Überwindung der Verhältnisse in Frage stellte und stellt, wie das sehenswerte Interview von Michael Krons beweist: Continue Reading →

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Ein Mix von Mila Stern. So geht Techno 2016!

Bild: Jess Mester

Kennt ihr alle Mila Stern?

Wenn nicht, würden wir sie Euch gerne vorstellen. Mila Stern ist DJ aus Halle. Dort lebt sie und dort wurde sie in Jugendzentren und besetzten Häusern sozialisiert. In Tel Aviv hat sie aber auch mal gelebt. Jetzt spielt sie langsamen, aber zackigen Techno, genauso wie wir ihn hier bei HATE mögen.

Viel Spaß damit!

Mila Sterns Technomix für HATE. by HATEmagazin on hearthis.at

Mila Stern @ Facebook
Mila Stern @ Soundcloud
Mila Stern @ RA

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Warum Eure Reisen und Instagrambilder die Pest des 21. Jahrhunderts sind

Bild: Christian Haugen, via Flickr (CC BY 2.0)

Ein Blick auf Facebook oder Instagram beweist: Thailand oder neuerdings Sri Lanka sind längst das neue Malle. Antiseptisch gefilterte Bilder vom weißen Traumstrand stehen sinnbildlich für die totale Gleichförmigkeit des vermeintlich individuellen Urlaubs. Robert Stark wird stinksauer, wenn er genauer über dieses Reiseverhalte nachdenkt: Continue Reading →

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Eins, zwei, Techno: Elliver hat einen astreinen Mix aufgenommen

Bild: Jess Mester

Heute haben wir mal keinen elaborierten Text für Euch. Weil Ostern vor der Tür steht und damit das Viertägige Rave-Wochenende. Aber vor allem, weil die weltbeste Elliver, Super-DJ und Freundin des Hauses, uns eins ihrer superexklusiven und megagroßartigen Technosets aufgenommen hat.

Elliver Hatecast by HATEmagazin on hearthis.at

Das könnt ihr jetzt, genau wie wir, hoch und runter hören. Und mal was anderes als lesen machen. Ist doch auch schön. Rave on!

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