Politik

Die taz hat gefragt, wir haben geantwortet

Anlässlich der Podiumsdiskussion heute Abend, bei der wir über „Refugees Welcome – Wie geht’s weiter“ diskutieren wollen – hat Lukas Dubro von der „taz – die tageszeitung“ uns ein paar Fragen gestellt.

Die taz selber hat es nicht online stellt, aber wir wollen Euch das Interview natürlich vorenthalten:

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Unter dem Titel: „Refugees Welcome! Wie geht es weiter?“ spricht das Redaktionsteam des Hate-Magazins heute Abend im Kunsthaus Acud darüber, was getan werden kann, um Refugees in Deutschland zu helfen und gegen rechte Hetze und die Verschärfung des Asylrechts vorzugehen. An der Diskussion teilnehmen werden Aktive von „Moabit hilft!“, „Lower Class Magazine“ und „Deutschland demobilsieren.“ Die Zeitschrift gibt es seit 2007 und bewegt sich an der Schnittstelle von linker Politik und Popkultur. Im April fand anlässlich der zehnten Ausgabe ein „Kongress der Möglichkeiten“ statt, bei dem es um Kritik und Praxis im Digitalzeitalter ging.

Sie wollen diskutieren. Worüber?

Hate: Einerseits gibt es einen massiven Notstand, was die Versorgung der Flüchtlinge und ihrer Helfer angeht, andererseits brennen fast täglich Unterkünfte und die Bundesregierung hat das Asylgesetzt drastisch verschärft. Wir wollen darüber sprechen, warum es trotzdem von links derzeit merkwürdig stumm bleibt. Warum die Massenmobilisierung ausbleibt und warum es nicht gelingt, diese Themen von links zu politisieren. Wir wollen ganz konkret darüber sprechen, was jetzt getan werden muss.

Sollen am Ende des Abends konkrete Handlungsvorschläge stehen?

Das wäre natürlich wünschenswert, allerdings wollen wir überhaupt erstmal das Gespräch suchen und diesen Fragen auf den Grund gehen. Es geht uns darum, Gleichgesinnte zusammenzubringen und die Fragen offen zu stellen. Übrigens nicht nur an die, die auf dem Podium sitzen, sondern auch an alle, die vorbeikommen und mit diskutieren möchten.

Gibt es etwas, was Sie sich von der Linken wünschen?

Wir wünschen uns nichts von „der Linken.“ Das ist ein zu weites Feld und klingt auch so passiv. Wir wollen einfach nur fragen, wie man die Flüchtlingsfrage von links beantworten kann, wie man zum Beispiel die Entmündigung der Flüchtlinge stoppen kann und auf welche Themenfelder man sich konzentrieren sollte.

Sie sind bekannt dafür, zu polemisieren. Das klingt jetzt ungewöhnlich versöhnlich?

Wir finden nicht, dass das anders als sonst klingt. Wir haben schon immer das Gespräch mit Leuten gesucht, mit denen wir Einstellungen teilen und wir haben schon immer mit anderen kooperiert. Wer denkt, wir würden nur um des Polemisierens willen polemisieren, hat nicht verstanden, dass alle unsere Aktionen und Texte Ergebnisse einer gründlichen Gesellschaftsanalyse sind.

Aber erklärt das auch die allgemeine Lethargie?

Viele Menschen sind einfach ohnmächtig und müde. Und das verstehen wir. Diejenigen, die jeden Tag am LeGeSo und anderswo die Arbeit des deutschen Staates übernehmen, haben gar keine Kraft mehr, das Thema auch nochmal politisch zu adressieren. Andere, die das vielleicht machen würden, sind vielleicht auch von ihren Parteien zutiefst enttäuscht. Man darf ja nicht vergessen, dass es de facto die Grünen und die SPD waren, die gerade einer Verschärfung des Asylrechts zugestimmt haben.

Das klingt nicht sehr erbaulich. Wie halten Sie sich bei Laune?

Mit solchen Podiumsdiskussion. Mit der Gewissheit, dass es Menschen gibt, die den Geflüchteten helfen, die Nazis – wie vor ein paar Wochen in Freital – eben doch blockieren und auf die Straße gehen oder die, wie ebenfalls vor ein paar Wochen in Tiergarten geschehen, versuchen eine Zentrum für Geflüchtete zu besetzen. Vereinzelt gibt es sehr gute Momente.

Das wollen Sie jetzt ändern. Wen haben Sie eingeladen?

Leute, die Lust haben, einen Aktionskonsens zu finden. Peter Schaber ist mit dabei, der das Geschehen schon lange als Journalist begleitet und eine Person von „Deutschland demobilisieren“, die sich mit den Asylrechtsverschärfungen auseinandergesetzt haben. Christiane Beckmann von „Moabit hilft“ wird über die Lage im Lageso berichten.

Mit Ihrem Magazin versuchen Sie seit Beginn, verschiedene Szenen zusammenzubringen. Jetzt gehen Sie ins Acud und nicht in die Stammkneipe. Haben Sie Hoffnung, dass Sie damit mehr Leute erreichen?

Wir laden alle ein, die Lust haben auf linke Politik und Diskussion. Und die mehr machen wollen, als nur zuzuschauen oder Nothilfe zu leisten.

Gibt es schon Pläne für später?

Das lassen wir ebenfalls offen. Erstmal wollen wir reden und schauen, was überhaupt möglich ist. Wo es Überschneidungen gibt und wo nicht. Alles andere ergibt sich danach vielleicht beim Schnaps an der Theke sowieso viel besser.

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