Ein Workshop von Johannes Büttner und Helge Peters

Im Grunde ist alles Solarenergie.

Die Sonne scheint auf die Erde, bringt die Elemente in Bewegung; Wasser verdunstet, steigt auf, regnet ab, fließt zurück ins Meer; warme Luft schiebt sich über kalte, Wind weht; Photosynthese verarbeitet Sonnenergie zu Biomasse, die wird von Tieren gefressen, die von Menschen gejagt, geschlachtet oder vor den Pflug gespannt werden; Biomasse in tierischer oder pflanzlicher Form, Windmühle, Wassermühle, Segel und Zuggeschirr, so ging das Tausende von Jahren lang.

Dann kamen die fossilen Energien; Produkte un-menschlicher Kräfte und Zeiträume. Biomasse, die in Millionen von Jahren mit unnachlässiger geologischer Gewalt zu einem hochkomprimierten Sonnenergiespeicher verdichtet wurde, bis der Mensch sie zu einer Allianz überreden konnte, die ihn selbst zur planetarischen Macht erhob. Erst die Kohle, dann das Öl.

Die Kohle brachte die Urbanisierung hervor, die Industrialisierung, den Kanal, die Schiene und die Solidarität. Kein Weltgeist formte das Proletariat, es war die Kohle selbst, wie sie sich störrisch im Flöz festkrallte und durch ihr untergründiges Widerstandsexempel den Arbeiter ermächtigte, der allein sie zu fördern vermochte. Schulter an Schulter fuhren die Kumpel in den Schacht ein, Schulter an Schulter schippten sie die Kohle in die Kähne, auf die Züge, in die Öfen, Schulter an Schulter streikten sie immer und immer wieder vom späten neunzehnten bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein, ihre Streiks legten den energetischen Metabolismus der Industriegesellschaft lahm, sie provozierten weitere Streiks, Streiks der Schienenarbeiter, der Industriearbeiter, den Generalstreik, bis alle Kranken- und Unfallversicherung und Rente und 30 Tage Jahresurlaub und einen Fernseher hatten.

Vor 30 Jahren streikte der Bergarbeiter ein letztes Mal, denn er wusste es nicht besser, er verlor, wurde arbeitslos, sein Bündnis mit der Kohle zerbrach. Seine Kinder werden nun Callcenter-Agents und Baristas, sie tanzen in den verlassenen Industriehallen zum Takt der Maschinen, der aus dem Leben ihrer Eltern nachhallt, auch eine Form von Vergangenheitsbewältigung; sie sind gleichermaßen high auf teuren Drogen und billigem Öl.

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Das Öl nämlich ist ein Klassenverräter. Es ermächtigt nicht den Arbeiter, sondern den Manager und den Ingenieur. Einmal angebohrt sprudelt es eifrig an die Oberfläche und fließt durch die Metastasen eines globalen Netzwerks aus Pipelines und Tankern, bewacht von Drohnen und Gewehren. Kein Ölarbeiter fährt in einen Schacht, wo er sich ungestört zum Streik verschwören könnte. Der Ölarbeiter bleibt an der Oberfläche, stets überwacht. Öl braucht überhaupt kaum Arbeiter, es braucht auch keine Schienen, es ist flexibel, behende, es kann dem Streik ausweichen, es organisiert eine Geographie in der statische Widerstände wendig umflossen werden, und wird sein Fluss doch einmal unterbrochen ist rasch ein Flugzeugträger zur Stelle.

Aber das ist nun vorbei.

Es warnt das Dezernat für Zukunftsanalyse der Bundeswehr:

Der Eintritt des Peak Oil ist unvermeidlich. Es besteht das sehr ernst zu nehmende Risiko, dass eine durch nachhaltige Knappheit von wichtigen Rohstoffen ausgelöste globale Transformationsphase nicht ohne sicherheitspolitische Friktionen vonstatten gehen wird. Die Desintegration komplexer Wirtschaftssysteme inklusive ihrer interdependenten Infrastrukturen hat direkte, teilweise schwerwiegende Auswirkungen auf viele Lebensbereiche, auch und insbesondere in Industrieländern.

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Es rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:

Wissen Sie, wie abhängig Sie von Strom, Gas, Öl oder Fernwärme sind? Was passiert, wenn alles ausfällt? Das Telefon ist tot, die Heizung springt nicht an, warmes Wasser fehlt, der Computer streikt, die Kaffeemaschine bleibt aus, das Licht ist weg. Schnell merken Sie, wie abhängig Sie von elektrischer Energie sind. Mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung eine Zeitlang ersetzen. Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz haben.

Und halten Sie auch einen Vorrat an Kerzen im Haus.

A: The playful violence of insurgence has no room for regret. Regret weakens the force of blows and makes us cautious and timid. But regret only comes in when violence is dealt with as a moral question, and for insurgents who are fighting for the freedom to live their desires; morality is just another form of social control.

B: I lived about ten miles above our southern border and had frequent „guests“ on the ranch. I was never worried much until one day. I was carrying a holstered 6in 357mag Security Six, mostly for wild dogs and feral hogs. I walked around a long brush pile (about 300 yds long and 10-12ft high and was looking at one of them about 75ft away. He had an AK. That left a very cold feeling in my gut. I doubt I could have stopped him before he shot me. I never walked the place again with less than one of my rifles. Overwhelming scary fire power. That is the ticket. Second time it happened to me I was sitting on my front porch. Rifle beside me. About 12 of them walked around the corner of the house. Things remains very calm with MY AK on my lap. Get a rifle or shotgun. If something spooks the dog, go big or stay inside. But even inside, get the rifle or shotgun out and at the ready.

A: Wherever rebel violence has manifested playfully, regret seems absurd. There is an intense joy, even euphoria, in the release of violent passions that have been pent up for so long. Bashing in the skull of society as we experience it on a daily basis is an intense pleasure, and one to be savored, not repudiated in shame, guilt or regret. Some may object that such an attitude could cause our violence to get out of hand, but an excess of insurgent violence is not something that we need to fear.

B: They will be back. No doubt about it. We live right outside of Baltimore and are starting to see issues here in our area. The growing consensus of the neighbors is that we will be keeping armed watch of our neighborhood. All of the people on our street answer bumps in the night with either, shotguns, ARs or AKs. The police just told us that if we catch them, that we can „defend ourselves“.

A: Unrepressed, expansive individuals squander in all things. Riots and insurrections have failed to get beyond temporary release, not because of excess, but because people hold themselves back. People have not trusted their passions. They have feared the expansiveness, the squandering excess of their own dreams and desires. But how can insurgent violence ever be truly excessive when there is no institution of social control, no aspect of authority, no icon of culture that should not be smashed to powder — and that gleefully?

B: Now, my wife knows to never answer the door if someone knocks. I don’t even do it without my .45 in my hand. We are both versed in firearms. There are mace canisters, baseball bats, knives, guns, what have you spread throughout the house. One thing is certain, we are armed to the teeth in numbers of ways. We have a 20 pound dog that goes bonkers if he hears something strange. We will be getting a bigger dog with bigger teeth soon.

A: Who would want to democratize most of this? Can you imagine the drudgery of the Slurpee committee meeting at the collectivized 7-11? Surely better just to put it to the torch and be done with all illusions.

B: It it is better to have the mindset of total war than to be wishy washy. Maximum force, maximum violence, maximum brutality. If you are not commited to this, you will lose.

A: Fullness of the passions includes full and expansive expressions of hatred and rage.

B: Be mindful walking outside because they can see you but you can’t see them…

 

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Das Selbst ist ein Knast, in dem du dir jeden morgen eine neue Zelle aussuchen darfst:

Agender

Androgyne

Androgynous

Bigender

Cis

Cis Female

Cis Male

Cis Man

Cis Woman

Cisgender

Cisgender Female

Cisgender Male

Cisgender Man

Cisgender Woman

Female to Male

FTM

Gender Fluid

Gender Nonconforming

Gender Questioning

Gender Variant

Genderqueer

Intersex

Male to Female

MTF

Neither

Neutrois

Non-binary

Other

Pangender

Trans

Trans Female

Trans Male

Trans Man

Trans Person

Trans Woman

Trans*

Trans* Female

Trans* Male

Trans* Man

Trans* Person

Trans* Woman

Transfeminine

Transgender

Transgender Female

Transgender Male

Transgender Man

Transgender Person

Transgender Woman

Transmasculine

Transsexual

Transsexual Female

Transsexual Male

Transsexual Man

Transsexual Person

Transsexual Woman

Two-spirit

We want you to feel comfortable being your true, authentic self.

Wir müssen uns die 56 Gender-Optionen, die wir uns jetzt bei Facebook aussuchen dürfen, als Upgrade eines Sicherheitsdispositivs vorstellen, in dem digitale und biomedizinische Technologien zur Produktion regierbarer Individuen zusammenwirken.

 

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In der kybernetischen Konzeption des Körpers als kommunizierendes System ist die Trennung von Sex und Gender, Natur und Kultur, längst aufgehoben. Die interagierenden Gewebe des Endokrinsystems senden molekulare Signale, ihre Medien sind Hormone, die entlang eines komplexen Netzwerks aus Blutgefäßen reisen, um Informationen an entfernte Zellen zu übertragen.

Wir brauchen neue Allianzen. Längst System geworden, versprechen digitale Technologien die Befreiung umso hysterischer je feinmaschiger sie das Netz der Kontrolle stricken. Welches Material wehrt sich noch gegen den Terror der Identität nachdem das Silizium die Seiten gewechselt hat?

Essen, trinken, einatmen, über die Haut absorbieren: Nahrungsmittelzusätze, Pflegeprodukte, Plastikverbindungen, Textilien. Im industriellen Milieu sind die Körper verstrickt mit einer informationellen Umwelt endokriner Disruptoren, chemisch den Hormonen höherer Wirbeltiere täuschend ähnlich, die als molekulare Trojaner Hormonrezeptoren täuschen; Körperfunktionen, Neuroverhalten und Geschlecht reprogrammieren indem sie Androgene und Östrogene simulieren.

Die Umwelt wird entschieden queer, doch die Datenbanken verlangen Klarheit.

66 Materialien hat das biopolitische Regime identifiziert, 66 industrielle Umwelttoxine, die es zu überwachen, kontrollieren und bekämpfen gilt in der Abwehr von Aufmerksamkeitsdefizit und Fettleibigkeit, der Verteidigung von Spermienqualität und Geschlechtsnormativität, für die Produktion gesunder, gelehriger, fruchtbarer, unproblematischer Körper und ihrer eindeutigen, klassifizierbaren, verwertbaren Identitäten.

Lass die Plastikbabyflasche nicht im warmen Auto liegen, sonst werden deine Kinder mal komisch, raunen die Impfgegner vom Kollwitzplatz.

Chlordane

Cis- und Trans-Chlordane

Kepone

Mirex

Toxaphene

Clofenotane

Tetrachloro DDT

Vonclozolin

Maneb

Metam Natrium

Thiram

Zineb

Lindane

Linuron

Atrazine

Acetichlor

Alachlor

Styrene

Hexachlorobenzene

Butylbenzylphthalate

usw.

… und die stellen wir jetzt her.

 

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Bilder von Maria Seack

 

Schamlos gestohlen von:

Beatriz Preciado

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Bundeswehr, Dezernat für Zukunftsanalyse

Europäische Kommission

Facebook, Inc.

Feral Faun

Phoenix Class War Council

Survivalist Forum

Timothy Mitchell

Tiqqun

Weltgesundheitsorganisation

Helge Peters, Mai 2015

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